Artikel over het discuswerpen te 0ordegem
- 2 september 2004 -

 

Dit is een artikeltje over het discuswerpen van de Memorial Van Damme verschenen in de Zwitserse krant: Tages Anzeiger.

Einwurf

Golden League in der Provinz

Christophe Martin über einen speziellen Wettkampf innerhalb der Golden League, aber auf dem Land ausgetragen. Der Diskuskäfig im Stadion Roi Baudouin ist defekt, und weil es in dieser Disziplin keinen Anwärter mehr auf den Golden-League-Jackpot gibt, verzichtet Meeting-Direktor Wilfried Meert darauf, teuren Ersatz zu organisieren. Die Disziplin wird kurzfristig um einen Tag vorverschoben und nach Oordegem vergeben, einem Sportzentrum bei der Kleinstadt Lede, 30 Kilometer von Brüssel entfernt.

Im Zentrum von Brüssel besteigen am Donnerstag 12 Personen einen Bus,wohin genau die Reise geht, weiss niemand. Casey Maloni hat wie einige andere erst beim Frühstück erfahren, dass sein Wettkampf um einen Tag vorgezogen wurde. «Das bereitet mir keine Probleme», sagt er im Glauben, er werde im offiziellen Stadion werfen. Dort angekommen, hält der Bus kurz an, ein Stabhochsprung-Trainer steigt mit seiner überlangen Fracht aus, die anderen Passagiere werden zum Sitzenbleiben aufgefordert. Als die Reise in immer dünner besiedeltes Gebiet geht, wird Maloni doch ein bisschen nervös. 45 Minuten dauert die Fahrt ins Ungewisse schon und die Sonne brennt durch die Scheibe auf den rothaarigen Zweimetermann. Hastig zerrt er den Vorhang aus der eigentlich zum Öffnen vorgesehen Schlaufe und schiebt den Stoff zwischen sich und die Sonne. Frantz Kruger beginnt sich im viel zu klein wirkenden Sessel zu recken. Als er sich an der Gepäckablage hochzieht, ächzt diese unter dem Gewicht des Südafrikaners. Auch der Coach von Olympiasieger Virgilijus Alekna und sein weissrussischer Kollege blicken nun aus dem Fenster, nachdem sie zuvor intensivst gefachsimpelt haben.

Nach fast einer Stunde Fahrzeit hält der Chauffeur vor dem schmuckenStadion in Oordegem. Endstation. Wie neugierige Kätzchen ihrer Mutter folgen die Werfer den beiden vorauslaufenden Coaches in die Arena, wo sie von Patrick van Caelenberghe empfangen werden, einem businesslike gekleideten Bankier, der auch beim lokalen Leichtathletik-Klub zu den führenden Persönlichkeiten gehört. Ausser einigen im Materialdepot hantierenden Helfern ist niemand zu sehen. Aber zwei auf dem Rasen montierte Werbebanden mit der Aufschrift MemorialVanDamme.com und dem Golden-League-Logo, lassen keine Zweifel offen: Hier findet der «Prolog» zum Brüsseler Meeting statt. Die Atmosphäre im Stadion von Oordegem erinnert an ein Turnfest Wenn sie über die sehr spezielle Abfertigung verärgert sind, so lassen sichs die Werfer nicht anmerken. Eher amüsiert begutachten sie die Anlage, fragen, ob man sie allenfalls um 180 Grad drehen könnte, falls der Wind auffrischen sollte.

Als der Wettkampf um 18 Uhr beginnt sind 97 Personen auf dem Gelände - dieAthleten, den einzigen Journalisten und auf die auf der Finnenbahn joggenden Feierabendsportler eingerechnet. An den beiden antiquierten Anzeigetafeln bewegen vier Mädchen fleissig die Schieber und drehen die Tafel, dass es quietscht. Zwei ältere Herren spannen nach jedem Versuch das Metallmassband über den Platz, ein anderer ruft dem Protokollführer laut die Weite vor. Van Caelenberghe, inzwischen in ein rotes Poloshirt geschlüpft, kontrolliert deren Arbeit. Hinter dem Wurfkäfig bewegen sich Zuschauer ungezwungen an den auf ihren nächsten Wurf wartenden Athleten vorbei und filmen mit ihren Videokameras. Die Atmosphäre erinnert an ein Turnfest, die Statur der Wettkämpfer und die weiten Würfe an die Golden-League. Bei den letzten Versuchen hat sich das Publikum immerhin auf etwa 250 Personen erhöht, welche die weiten Würfe mit Applaus quittieren. Der weiteste gelingt mit 69,03 m wie meist Virgilijus Alekna. Zwischen dem Wettkampfende und der Siegerehrung setzt sich der Olympiasieger mit den andern Werfern um drei runde Tische, auf denen die lokalen Organisatoren belegte Brötchen, Wasser, Bier und Wein bereitgestellt haben.

Vielleicht waren sie abseits der grossen Arena, aber wenigstens standensie an diesem Abend unangefochten im Zentrum des Interesses. Und zu sagen, sie hätten diese Sonderstellung nicht auch ein bisschen genossen, wäre untertrieben.